Präzises Staging ohne radikale Lymphadenektomie — mit NIR/ICG-Fluoreszenz-Technologie.
Das Endometriumkarzinom ist ein Krebs, der sich in der Gebärmutterhöhle entwickelt, genauer im Endometrium (innere Schleimhaut). Die Inzidenz in Nordamerika und Westeuropa beträgt 9,9–15 neue Fälle pro 100.000 Frauen pro Jahr.
Es tritt meist bei postmenopausalen Frauen auf und verursacht häufig frühe Symptome (vaginale Blutung), was in den meisten Fällen eine Diagnose im Frühstadium ermöglicht.
Die primäre Therapie ist die totale Hysterektomie mit bilateraler Salpingo-Oophorektomie. Je nach Stadium kann eine Strahlen- oder Chemotherapie erforderlich sein. Das Gesamtüberleben im Stadium I ist hoch — über 80% der Frauen sind fünf Jahre nach der Operation krankheitsfrei.
Neun große randomisierte Studien haben gezeigt, dass die Laparoskopie mit geringerer chirurgischer Morbidität bei gleichem onkologischen Ergebnis verbunden ist (Gesamtüberleben und krankheitsfreies Überleben). Sie führt zu weniger Blutverlust und kürzerem Krankenhausaufenthalt.

Lymphknotenmetastasen finden sich bei einer von zehn Frauen mit auf die Gebärmutter beschränktem Krebs. Die systematische Lymphadenektomie liefert prognostische Informationen, verbessert aber das Überleben nicht nachweislich und ist mit schwerwiegenden Komplikationen wie Lymphödem verbunden. Die ideale Lösung ist es, diese Information ohne die Nachteile der radikalen Entfernung zu erhalten.
Indocyaningrün (ICG) ist ein von der FDA (2018) zugelassener Fluoreszenzfarbstoff für die Lymphgefäßdarstellung bei Endometrium- und Zervixkarzinom. Nach Injektion in den Gebärmutterhals wird es über Lymphgefäße zu den Beckenlymphknoten transportiert, die unter NIR-Beleuchtung fluoreszieren. Der Chirurg identifiziert und entfernt sie ohne radikale Lymphadenektomie.




Die größte multizentrische prospektive Studie (FIRES, Rossi et al., Lancet Oncology, 2017) mit 344 Patientinnen zeigte eine Sensitivität von 97,2% bei einer falsch-negativen Wahrscheinlichkeit von 2,8%.
Die Technik wird seit Februar 2023 im Zentrum für Gynäkologische Chirurgie (MITERA Kreta) mit dem RUBINA 4K-3D-System eingesetzt.